Liminalität, Biografie und Literatur
摘要
Eine systematische Literaturdidaktik an Waldorfschulen liegt bis heute nicht vor, Kernaspekte einer solchen basieren auf der Rezeptionsästhetik und einer konsequenten Subjektorientierung, die trotz eigener methodischer Ansätze doch in weitern Teilen kongruent ist mit allgemeinen literaturdidaktischen Überlegungen. So geht auch die Literaturdidaktik für Waldorfschulen davon aus, dass die Auswahl und Didaktisierung der Lektüren neben den Bereichen Individuation, Akkulturation und Sozialisation den anthropologisch angenommenen Entwicklungsbedürfnissen der Heranwachsenden folgen müssen. Die Textauswahl liegt schwerpunktmäßig auf fiktionalen Texten im Bereich des Liminalen, des Biografischen oder auch des Sozioautobiografischen. Das berücksichtigt einerseits die Eigengesetzlichkeit von Literatur und ist andererseits dem Umstand geschuldet, dass die Themenschwerpunkte eine motivationale Auseinandersetzung fördern, wenn sie biografisch wie methodisch als sinnbildend anerkannt und aufgegriffen werden können, was im Selbstverständnis als Grundprinzip einer literarästhetischen Literalität an Waldorfschulen verstanden werden kann.