Der Beitrag fokussiert den Unterricht zum Thema Krieg und Frieden in der gymnasialen Oberstufe. An einzelnen Aspekten wird gezeigt, dass literarische Werke, wenn sie als Kunstwerke ernst genommen werden, einen substanziellen Beitrag zu diesem gesellschaftlichen und ethischen Thema liefern können. Verdeutlicht wird dies an zwei Werken, die sich mit Humanität in Kriegssituationen befassen: Bölls realistischer Kurzgeschichte Wanderer, kommst du nach Spa… (1950) und Goethes klassizistischem Drama Iphigenie auf Tauris (1787). Die literarästhetische Lektüre dieser Werke referenziert und verdeutlicht die Vulnerabilität humanen Handelns in Kriegssituationen. Dies geschieht bei diesen literarischen Texten in anderer Form als es bei philosophischen Texten wie beispielsweise Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) der Fall ist, auch wenn letzterer in einem hohen Grade ästhetisiert ist. Bei Böll wird auf semiotische Weise ein im Raum verortetes Bildprogramm präsentiert. Bei Goethe werden über diskursive Verfahren die Figuren Repräsentanten eines ethischen Modells. Eine kombinierte Behandlung beider Werke im Unterricht sensibilisiert für diese Unterschiede und fördert sowohl die thematische als auch literarische Kompetenz.

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Krieg und Frieden – Hat Humanität eine Chance?

  • Marc Grohall

摘要

Der Beitrag fokussiert den Unterricht zum Thema Krieg und Frieden in der gymnasialen Oberstufe. An einzelnen Aspekten wird gezeigt, dass literarische Werke, wenn sie als Kunstwerke ernst genommen werden, einen substanziellen Beitrag zu diesem gesellschaftlichen und ethischen Thema liefern können. Verdeutlicht wird dies an zwei Werken, die sich mit Humanität in Kriegssituationen befassen: Bölls realistischer Kurzgeschichte Wanderer, kommst du nach Spa… (1950) und Goethes klassizistischem Drama Iphigenie auf Tauris (1787). Die literarästhetische Lektüre dieser Werke referenziert und verdeutlicht die Vulnerabilität humanen Handelns in Kriegssituationen. Dies geschieht bei diesen literarischen Texten in anderer Form als es bei philosophischen Texten wie beispielsweise Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) der Fall ist, auch wenn letzterer in einem hohen Grade ästhetisiert ist. Bei Böll wird auf semiotische Weise ein im Raum verortetes Bildprogramm präsentiert. Bei Goethe werden über diskursive Verfahren die Figuren Repräsentanten eines ethischen Modells. Eine kombinierte Behandlung beider Werke im Unterricht sensibilisiert für diese Unterschiede und fördert sowohl die thematische als auch literarische Kompetenz.