In einem Brief an Friedrich Wilmans aus dem Dezember 1803 kündigte Hölderlin die Veröffentlichung von neun Gedichten, „Nachtgesänge“ genannt, an. Bescheiden93, aber sicherlich auch mit einer gewissen Absicht für eine Publikation in einem Taschenbuch, dessen Niveau und Publikum stark von Hölderlins Gedichten abwich, zu werben, hat er seinem Verleger geschrieben: Ich bin eben an der Durchsicht einiger Nachtgesänge für Ihren Almanach. […] Es ist eine Freude, sich dem Leser zu opfern, und sich mit ihm in die engen Schranken unserer noch kinderähnlichen Kultur zu begeben. Übrigens sind Liebeslieder immer müder Flug, denn so weit sind wir noch immer, troz der Verschiedenheit der Stoffe; ein anders ist das hohe und reine Frohloken vaterländischer Gesänge.

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„Voll alten Geists“ – zur Poetik der Nachtgesänge

  • Eva Kocziszky

摘要

In einem Brief an Friedrich Wilmans aus dem Dezember 1803 kündigte Hölderlin die Veröffentlichung von neun Gedichten, „Nachtgesänge“ genannt, an. Bescheiden93, aber sicherlich auch mit einer gewissen Absicht für eine Publikation in einem Taschenbuch, dessen Niveau und Publikum stark von Hölderlins Gedichten abwich, zu werben, hat er seinem Verleger geschrieben: Ich bin eben an der Durchsicht einiger Nachtgesänge für Ihren Almanach. […] Es ist eine Freude, sich dem Leser zu opfern, und sich mit ihm in die engen Schranken unserer noch kinderähnlichen Kultur zu begeben. Übrigens sind Liebeslieder immer müder Flug, denn so weit sind wir noch immer, troz der Verschiedenheit der Stoffe; ein anders ist das hohe und reine Frohloken vaterländischer Gesänge.