Ein Grundthema der Moderne ist das menschliche Zusammenleben, im weiteren Sinne jenes von Völkern und Staaten. Die Geschichte der, grob geschätzten, zurückliegenden dreitausend Jahre lehrt ein ständiges Auf und Ab: im Kleinen wie im Großen. Mikrokosmos und Makrokosmos sind eine Abfolge von Frieden und Krieg, von Harmonie und Zwist, von Glücklichsein und Verzweiflung. In jüngster Zeit sind der Zweite Weltkrieg und der Fall der Berliner Mauer von besonderer Bedeutung. Der Nationalsozialismus hatte binnen lediglich zwölf Jahren eine Schreckensherrschaft von bis dato ungekanntem Ausmaß über Europa und die Welt gebracht; am Ende waren fünfundfünfzig Millionen Tote zu beklagen, lagen weite Teile Europas in Schutt und Asche. Doch die Menschen resignierten nicht: Wiederaufbau und Versöhnung waren das Gebot der Stunde; das Zusammenwachsen des westlichen Europas ging als Glücksfall der Vernunft in die Geschichte ein: Die Römischen Verträge von 1957 schufen die Grundlage eines freiheitlichen und demokratischen Wirtschaftsbündnisses, aus dem später die EU hervorging.

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Zerstörung des sozialen Zusammenhalts

  • Lutz Götze

摘要

Ein Grundthema der Moderne ist das menschliche Zusammenleben, im weiteren Sinne jenes von Völkern und Staaten. Die Geschichte der, grob geschätzten, zurückliegenden dreitausend Jahre lehrt ein ständiges Auf und Ab: im Kleinen wie im Großen. Mikrokosmos und Makrokosmos sind eine Abfolge von Frieden und Krieg, von Harmonie und Zwist, von Glücklichsein und Verzweiflung. In jüngster Zeit sind der Zweite Weltkrieg und der Fall der Berliner Mauer von besonderer Bedeutung. Der Nationalsozialismus hatte binnen lediglich zwölf Jahren eine Schreckensherrschaft von bis dato ungekanntem Ausmaß über Europa und die Welt gebracht; am Ende waren fünfundfünfzig Millionen Tote zu beklagen, lagen weite Teile Europas in Schutt und Asche. Doch die Menschen resignierten nicht: Wiederaufbau und Versöhnung waren das Gebot der Stunde; das Zusammenwachsen des westlichen Europas ging als Glücksfall der Vernunft in die Geschichte ein: Die Römischen Verträge von 1957 schufen die Grundlage eines freiheitlichen und demokratischen Wirtschaftsbündnisses, aus dem später die EU hervorging.