Im selben Jahr wie Hoechstetters Scheinwerfer erschien der kurze Roman Der Tempel, verfasst von der aus dem österreichischen Hochadel stammenden Schriftstellerin Hermynia Zur Mühlen (1883–1951). »Nach einer unglücklichen Ehe mit einem baltischen Baron«1 entfernte sie sich von ihrer Herkunftsschicht und positionierte sich politisch weit links. Um 1920 bedeutete das, dass sie den russischen Bolschewisten und der deutschen Spartakusgruppe bzw. der KPD nahestand. Wegen dieses politischen Engagements war die als Gräfin Hermine Isabelle Maria Folliot de Crenneville in Wien geborene Autorin schon zu Lebzeiten umstritten, dennoch vor allem mit ihren Märchen und ihrer Autobiographie Ende und Anfang (1929) durchaus erfolgreich. Nach 1945 geriet sie weitgehend in Vergessenheit2 und teilte damit das Schicksal vieler Exilautoren. Immerhin wurden in der DDR in den siebziger und achtziger Jahren einige ihrer Romane und Erzählungen neu publiziert.

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Anarchismus, Judentum und Sozialismus

  • Günter Rinke

摘要

Im selben Jahr wie Hoechstetters Scheinwerfer erschien der kurze Roman Der Tempel, verfasst von der aus dem österreichischen Hochadel stammenden Schriftstellerin Hermynia Zur Mühlen (1883–1951). »Nach einer unglücklichen Ehe mit einem baltischen Baron«1 entfernte sie sich von ihrer Herkunftsschicht und positionierte sich politisch weit links. Um 1920 bedeutete das, dass sie den russischen Bolschewisten und der deutschen Spartakusgruppe bzw. der KPD nahestand. Wegen dieses politischen Engagements war die als Gräfin Hermine Isabelle Maria Folliot de Crenneville in Wien geborene Autorin schon zu Lebzeiten umstritten, dennoch vor allem mit ihren Märchen und ihrer Autobiographie Ende und Anfang (1929) durchaus erfolgreich. Nach 1945 geriet sie weitgehend in Vergessenheit2 und teilte damit das Schicksal vieler Exilautoren. Immerhin wurden in der DDR in den siebziger und achtziger Jahren einige ihrer Romane und Erzählungen neu publiziert.