Offiziersethos und materielle Not
摘要
Spezialisten für die Literatur der Weimarer Republik und vor allem für das Theater jener Jahre kennen Peter Martin Lampel (1894−1965)1 vor allem wegen seines 1928/29 erfolgreichen Theaterstücks Revolte im Erziehungshaus, das eine breite Debatte über Missstände bei der Fürsorgeerziehung auslöste. Sein darauf folgendes Theaterstück Giftgas über Berlin wurde ebenfalls viel beachtet, dies vor allem, weil es nach der (geschlossenen) Uraufführung wegen seines Themas und seiner Tendenz verboten wurde und eine Debatte über die Zensur auslöste. Es ist bemerkenswert, dass Werner Hirsch in der kommunistischen Roten Fahne über dieses Stück schrieb: »Wir bejahen dieses Stück Lampels, diese Aufführung der Gruppe junger Schauspieler aus vollem Herzen.«2 War Lampel also Kommunist? Die Frage, auf welcher Seite, weit rechts oder weit links, er politisch einzuordnen war und welche politische (weniger künstlerische) Relevanz seine Texte hatten, beschäftigte die mediale Öffentlichkeit in den 1920er Jahren so intensiv, dass zuweilen vom »Fall Lampel« die Rede war.