Unser Dasein im Spiegel der Revolution
摘要
Alfred Döblin war ein Schriftsteller, der das Schreiben als entgrenzende Tätigkeit und rauschhaften Vorgang empfand.1 Sein Schreiben entsprang der Sehnsucht, »aus dem bürgerlichen Leben auszubrechen, den Widersprüchen und Paradoxien, den Unvereinbarkeiten und Unsicherheiten zeitweise zu entfliehen, um sie in anderen Welten zu lösen«.2 Andererseits war literarisches Schreiben für Döblin keine Flucht aus der Realität, sondern es sollte an »die Objekte«3 gebunden bleiben. Der Phantasie ließ er keinen freien Lauf, sondern er knüpfte sie an Tatsachen, die jedermann, also auch ein Schriftsteller, durch Zeitungslektüre zur Kenntnis nehmen konnte. So war der Begriff »Tatsachenphantasie «4 für ihn kein Oxymoron, vielmehr gehörten die Aufnahme und Wiedergabe von Tatsachen sowie Phantasietätigkeit nach seiner Auffassung zusammen. Realität und Fiktion sollten zueinander in einem Resonanzverhältnis stehen, ebenso wie das Individuum und das Kollektiv sowie der Mensch und die anorganische und organische Natur.5