Melancholische Stimmung und doppelte Optik
摘要
Ein deutscher Roman, dessen Titel auf den November des Jahres »achtzehn« verweist, muss wohl ein Revolutionsroman sein. Dieser Satz drückt eher eine Gewissheit als eine Vermutung aus, zumal der Romantitel nicht allein steht und der Kontext die Auslegung des Titels unterstützt. Alfred Döblin nennt seinen Romanzyklus November 1918, weist also zusätzlich auf das Jahrhundert hin, das sich offenbar für Georg Hermann von selbst versteht. Bernhard Kellermann bezieht sich mit seinem Romantitel auf einen einzigen Tag in jenem November, den neunten, allerdings erzählt er mehr vom Krieg als von der Revolution, jedenfalls dem Umfang nach. Döblins Titel klingt eher nach Geschichtsbuch, während Hermann den Stil der Alltagsrede aufnimmt: ›Weißt du noch, damals, im November achtzehn? Da ging der Krieg zu Ende, der Kaiser dankte ab, und die Revolution begann. Aber es geschah noch vieles mehr. Man traf alte Bekannte, man war neu verliebt, das Wetter war noch ungewöhnlich mild. Die Stimmung schwankte zwischen Melancholie und Begeisterung.‹ Mehr als alle anderen Revolutionsromane ist November achtzehn ein Stimmungsroman.