Trotz seiner großen Bedeutung für das ausgehende 18. Jahrhundert (im Folgenden: Jh. – S.K.) als Schulreformer, Wegbereiter des Neuhumanismus und Didaktiker des altsprachlichen Unterrichts gehört FriedrichGedike ohne Frage zu denjenigen Persönlichkeiten, die trotz ihres vielfältigen Wirkens in Vergessenheit gerieten (vgl. Fritsch 2008, S. 166). Erst nachdem in den Sechzigerjahren des 20. Jhs. die bildungshistorische Erforschung Gedikes durch die Arbeiten von HaraldScholtz (1965) initiiert worden war, gelangte er seit den 1970er Jahren auch zurück in das Blickfeld der altsprachlichen Didaktik. Maßgeblich verantwortlich für diese Wiederentdeckung ist AndreasFritsch, der zunächst im Rahmen seiner historischen Grundlagenforschungen „Sprache und Inhalte lateinischer Lehrbuchtexte“ (Fritsch 1976) den Blick der Fachöffentlichkeit auf FriedrichGedike und seine Lesebuchmethode lenkte (vgl. ebd., S. 122–126)1. Fritsch sah in Gedike nicht nur einen historisch bedeutsamen Impulsgeber für einen neuhumanistisch reformierten Lateinunterricht, sondern insbesondere eine wichtige Referenz für einen Lateinunterricht, der sich zu Beginn der 1970er Jahre in Folge der Curriculumrevision didaktisch völlig neu aufstellen musste (vgl. Kipf 2020, S. 36ff.) und auch in der Folgezeit stets unter erheblichem Reformdruck stand.

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„Weniger bedeutsam ist ein anderer Schulmann in Berlin“ – Friedrich Gedike in der didaktisch-pädagogischen Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

  • Stefan Kipf

摘要

Trotz seiner großen Bedeutung für das ausgehende 18. Jahrhundert (im Folgenden: Jh. – S.K.) als Schulreformer, Wegbereiter des Neuhumanismus und Didaktiker des altsprachlichen Unterrichts gehört FriedrichGedike ohne Frage zu denjenigen Persönlichkeiten, die trotz ihres vielfältigen Wirkens in Vergessenheit gerieten (vgl. Fritsch 2008, S. 166). Erst nachdem in den Sechzigerjahren des 20. Jhs. die bildungshistorische Erforschung Gedikes durch die Arbeiten von HaraldScholtz (1965) initiiert worden war, gelangte er seit den 1970er Jahren auch zurück in das Blickfeld der altsprachlichen Didaktik. Maßgeblich verantwortlich für diese Wiederentdeckung ist AndreasFritsch, der zunächst im Rahmen seiner historischen Grundlagenforschungen „Sprache und Inhalte lateinischer Lehrbuchtexte“ (Fritsch 1976) den Blick der Fachöffentlichkeit auf FriedrichGedike und seine Lesebuchmethode lenkte (vgl. ebd., S. 122–126)1. Fritsch sah in Gedike nicht nur einen historisch bedeutsamen Impulsgeber für einen neuhumanistisch reformierten Lateinunterricht, sondern insbesondere eine wichtige Referenz für einen Lateinunterricht, der sich zu Beginn der 1970er Jahre in Folge der Curriculumrevision didaktisch völlig neu aufstellen musste (vgl. Kipf 2020, S. 36ff.) und auch in der Folgezeit stets unter erheblichem Reformdruck stand.