Von hinten durch die Brust ins Auge
摘要
Rekonstruiert wird die Sinnstruktur einer produktionsorientierten Fertigaufgabe zur Perspektivenübernahme bezogen auf Herrndorfs Roman Tschick. Es wird mittels Objektiver Hermeneutik gezeigt, auf welche Weisen die Schüler:innen mit der Aufgabe umgehen können. Die Verstehens- und Könnensvoraussetzungen der Perspektivenübernahme zweiten bis vierten Grades werden herausgearbeitet. Dabei zeigt sich, dass die Aufgabe eine Überforderung der Schüler:innen darstellen muss, insbesondere wenn sie diese ernst nehmen. Je pragmatischer ihre Strategie der Überforderungsbewältigung ist, desto weniger können sie vom in der Aufgabe angelegten Bildungsgehalt profitieren. Die vermeintliche Abkürzung zum Figurenverstehen ist somit ein Irrweg. Strukturreproduktionen bei ähnlichen Fällen zeigen, dass die Aufgabe kein didaktischer Unfall ist, sondern ein typisches Problem vermeintlich lebensweltnaher immersiver Aufgaben im fiktional-ästhetischen Kontext.