Das Leid der Schneemutter
摘要
Aus der Perspektive der Editionswissenschaft ist interpolierter Text ein Problem: besonders dann, wenn er formal keinen Platz hat.1 Wie gilt es damit umzugehen, wenn ein Überlieferungszeuge im Vergleich zur Parallelüberlieferung zusätzliche Strophen oder Versikel einfügt? Mit dieser Frage sahen sich seit der Erstedition die Herausgeber der ,Carmina Cantabrigiensia‘ (CC) konfrontiert, einer Gedichtsammlung in einer Handschrift aus der Mitte des 11. Jahrhunderts (Cambridge, University Libr., MS Gg. 5.35, fol. 432–441 bzw. 443),2 die zumindest in Teilen auf eine Vorlage aus dem deutschsprachigen Raum zurückgreifen dürfte.3