Das Liebespfand
摘要
Die in den Literaturwissenschaften schon seit einigen Jahren, verstärkt seit der Finanzkrise der Jahre 2007/2008, zu beobachtende Wende zur Ökonomie als Referenzrahmen funktionsgeschichtlicher Textüberlegungen bestimmt auch die neuere mediävistische Diskussion. Sie konzentriert sich vor allem auf das wissenschaftliche Diskursfeld vormoderner Gabenökonomie, die seit Marcel Mauss’ berühmtem Gaben-Essai des Jahres 19251 unter den verschiedensten kulturwissenschaftlichen [S. 380] Perspektiven als Wirtschafts-, Sozialverhaltens- und Denkmodell erschlossen worden ist und die Mittelalterphilologen zur textanalytischen Exploration literarischer Gabentauschszenarien, gabenökonomisch basierter Personenfigurationen oder gabentheoretischer Interaktionsregeln inspiriert hat.2