Die Ligesse als Problemfeld romanisch-deutscher Literaturbeziehungen im 12. und 13. Jahrhundert
摘要
Angesichts der intensiven Feudalismus-Kontroverse, die spätestens mit Susan Reynolds’1 Fundamentalkritik in der Geschichtswissenschaft entbrannte und die einen Großteil scheinbar gesicherter Annahmen im Problemfeld Feudalismus/Lehnswesen noch einmal auf den Prüfstand gestellt hat,2 liegt es nahe, die in sachlicher wie methodischer Hinsicht so bedeutenden Ergebnisse dieser historischen Diskussion, die unser Bild von der mittelalterlichen Adelsgesellschaft ganz wesentlich verändert haben, für eine gesellschaftsthematische Neuvermessung etwa der höfischen Dichtung fruchtbar zu machen und damit zugleich das seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts „abgebrochene Projekt einer Sozialgeschichte der Literatur“3 unter veränderten Prämissen und neuen Fragestellungen wieder aufzugreifen.