Stimmgewalt. Heilung und Normalisierung in E.T.A. Hoffmanns Sanctus
摘要
Das Sanctus, die letzte und kürzeste Erzählung des ersten Teils der Nachtstücke von 1816, erzählt die Geschichte einer rätselhaften Erkrankung und ihrer vermeintlich erfolgreichen Heilung. Die fromme Kirchensängerin Bettina leidet an plötzlicher Stimmlosigkeit: Sie kann nicht mehr singen, seit sie die Messe während des Sanctus verlassen hat. Der hinzugerufene Doktor – Repräsentant der aufklärerischen Wissenschaft – ist ratlos, weiß sich mit medizinischen Mitteln nicht zu helfen und führt Bettinas Katarrh auf eine „psychisch[e]“1 Ursache zurück. Während mit dieser Diagnose bereits auf sich um 1800 vollziehende Umbrüche in Medizin und Psychiatrie verwiesen ist, erfolgt die vermeintliche Heilung von Bettinas Zustand doch auf andere Weise.