Friedrich Leopold zu Stolbergs Utopie ,Die Insel‘ (1788): Freiheit, Eudämonismus und Gottesfurcht
摘要
1788 publizierte Friedrich Leopold Grad zu Stolberg seine Utopie ,Die Insel‘, in welcher sich ein weiser Mann mittleren Alters namens Sophron (gr. der Besonnene, Selbstkontrollierte) mit seinem besten Freund, dem Franzosen La Riviere und vier Jünglingen namens Kallias, Glaukos, Hilaros und Kophos an der Donau über seinen Traum einer vollkommenen Gemeinschaft auf einer Insel unterhält. Anders als in den Raumutopien des Humanismus, in denen der utopische Entwurf in der Binnenerzählung eines fiktiven Berichterstatters entfaltet wird,1 und anders auch als in vielen Zeitutopien der Aufklärung, in denen ein unmittelbar beteiligter Erzähler sein Erlebnis der Utopie vermittelt,2 kehrt Stolberg zu einer platonischen Dialogform zurück, die Gelegenheit bieten soll, den utopischen Entwurf unter Berücksichtigung kritischer Rückfragen zu entfalten.3