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Der Staatsroman im Zeitalter der Rechtskodifikationen Zum ,Goldnen Spiegel‘ Christoph Martin Wielands

  • Jan-Dirk Müller

摘要

Der ,Goldne Spiegel‘ erschien 17721 in einer als Krisenjahre der politischen Aufklärung beschriebenen Zeit.2 Der fremdartige Schauplatz, die asiatische Despotie und die üblichen Überlieferungs-, Übersetzer- und Herausgeberfiktionen sollten den Text gegen Kritiker immunisieren, aber es besteht kein Zweifel, dass die aktuelle politische Realität gemeint ist, der aufgeklärte Absolutismus und seine Gefährdungen.3 Mit dem Roman wollte sich Wieland dem Kaiserhof in Wien empfehlen, und indirekter Adressat der politischen Überlegungen war wahrscheinlich Kaiser Joseph II. Der Roman blieb 1772 Fragment und wurde erst für die Gesamtausgabe 1794 abgeschlossen. Der optimistische Schluss im Geiste des aufgeklärten Absolutismus wurde revidiert, damals schon unter dem Eindruck der Französischen Revolution. Erhalten blieb der Antiinstitutionalismus, der alles Gewicht auf den Herrscher und seine Erziehung legte.