„Eine höchst positiv zu wertende Anlage, die aber […] sich ins Böse verkehrte“. Thomas Manns kulturlutherische Selbstkritik
摘要
Dass Thomas Mann im religionspolitischen und -kulturellen Deutschland-Diskurs des Zeitalters der Weltkriege als der wichtigste Exponent jenes politikfernen lutherischen Bewusstseinstypus anzusprechen ist, wie Helmuth Plessner ihn in Die verspätete Nation bestimmt und problematisiert, erweist sich in aller nur wünschenswerten Eindeutigkeit und Klarheit, wenn er in seinen schon durch den Titel paratextuell markierten Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) eine „spezifisch deutsche[] Antithese von Macht und Geist“1 konstatiert und sein eigenes „Verhältnis zur Politik auf gut deutsche Art ein Unverhältnis“2 nennt.