Zwischen Mythos, Poesie und Wissenschaft
摘要
„Ob auch Proteus ein Gott, weidete Robben er doch.“1 Anlass zur Verwunderung hatte der antike Meeresgott schon immer gegeben – hier im Sängerwettstreit zweier Hirten, der (fälschlicherweise) dem griechischen Dichter Theokritos zugeschrieben wurde. Menalkas spricht den Satz in abschätziger Absicht aus; am Ende wird der Preis jedoch seinem Gegner Daphnis zuerkannt. Der Dialog ist über fünfhundert Jahre älter als Homers „Odyssee“, wo der „Meeresalte“ erneut als eine vieldeutige, ja zwielichtige Figur auftritt. Schon bald zeigten sich die Kommentatoren irritiert. Dass eine Gottheit in verwandelter Gestalt auftritt, war keine Seltenheit, aber eine derart flüchtige Erscheinung musste Verwunderung oder Ablehnung auslösen.