‚Phantasma‘. Mittelhochdeutsche Liebesdichtung im Spiegel von Agambens Imaginationstheorie
摘要
Heinrichs von Morungen in der Großen Heidelberger Liederhandschrift (C, Bl. 80vb) einstrophig überliefertes Narziss-Lied ist in der Forschung ausführlich behandelt worden. Zuletzt hat es Beate Kellner eingehend analysiert, dies mit dem plausiblen Ergebnis, dass der gemäß den Worten des Aufgesangs ‚zerbrochene‘ „Spiegel eine Chiffre des Imaginären“ sei, ja, dass über die Selbstreflexion des Ich und die in den folgenden (nur in der Würzburger Liederhandschrift, E, Bl. 190vb–191ra, unter dem Namen Reinmars überlieferten) Strophen fortgesetzten Spiegel- und Traumbilder mitsamt den ihnen eigenen Gewaltphantasien auch die „Dame [als] eine Chiffre des Imaginären“ in Erscheinung trete.2