Süßkind von Trimberg „nach Auschwitz und Treblinka“. Zur Kontroverse um einen Roman Friedrich Torbergs
摘要
Im März 1972 erschien im Frankfurter S. Fischer Verlag der Roman „Süßkind von Trimberg“, verfasst von dem österreichischen Schriftsteller Friedrich Torberg. So gewissermaßen ‚abgelegen‘, jedenfalls fern von allen aktuellen Zeitläuften ein historischer Roman über einen Poeten des Mittelalters anmuten musste – Verfasser eines in Fachkreisen zudem nur als „spärlich und belanglos“1 bewerteten Werkes –, so sehr verblüfft zunächst die lebhafte Aufnahme im westdeutschen Literaturbetrieb: Mit Manès Sperber, Robert Neumann, Marcel Reich-Ranicki, Peter Wapnewski und Heinz Politzer meldeten sich äußerst namhafte Stimmen nicht nur aus dem Bereich der Literatur, sondern auch dem der Wissenschaft zu Wort.