Die Vermessung des Wissens im Kleinformat – Johann Christoph und Luise Adelgunde Victorie Gottscheds Exlibris
摘要
Christoph Martin Wieland charakterisiert 1785 in seinem Essay „Über die Rechte und Pflichten der Schriftsteller“ prägnant die Entwicklung einer neuen, aufgeklärten Wissenskultur mit dem Satz „Alles was wir wissen können, das dürfen wir auch wissen“1. Bildung und Wissen galten wenige Jahre vor der Französischen Revolution nicht mehr als Privileg, sondern gleichermaßen als Chance und Versprechen, um selbständig und vernünftig zu denken und zu handeln. Das aufgeklärte und autonome Individuum wollte nicht mehr einmal fixiertes Wissen reproduzieren, sondern dieses vielmehr neu vermessen, um zu eigenen Einsichten zu gelangen.