Nutzerzentrierte Besucherleitung und Nudging im UNESCO Biosphärenreservat Spreewald
摘要
Nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Coronapandemie rückt das Thema Besuchermanagement in sensiblen Naturräumen aufgrund der Intensivierung und Diversifizierung von Freizeitnutzungen zunehmend stärker in den Fokus. Das vorliegende Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Beeinflussung des Verhaltens von Paddler:innen im UNESCO Biosphärenreservat Spreewald. Durch das Instrument des Nudging – subtile, die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen erhaltende kleine „Anstubser“ – sollen Paddler:innen zu einem umweltschützenden Verhalten motiviert werden. Nudges streben dabei an, durch gezielte Veränderungen von Abläufen, Darstellungen oder Formulierungen aus Biosphärensicht wünschenswertere Entscheidungen und Verhaltensweisen zu erzielen. Im Unterschied zu vielen anderen Projekten zur Besucherlenkung wird dabei bewusst eine Nachfrager:innen- und keine Anbieterperspektive eingenommen. Dabei versuchten wir zu verstehen, wie und wodurch sich Besucher:innen überhaupt lenken lassen. Im Kern der Betrachtung stand insofern die vergleichsweise komplexe touristische Entscheidungsfindung entlang der Visitor Journey. Um Entscheidungen von Paddler: innen durch Nudges wirksam beeinflussen zu können, erfolgte eine Analyse der Informationssuche, Entscheidungsprozesse, des Entscheidungsverhaltens und der damit in Verbindung stehenden relevanten Berührungspunkte entlang der Visitor Journey. Im Anschluss daran gilt es, für Besucher:innen kontaktpunktspezifische Nudges zu konzipieren und diese z. T. auch bereits zu testen. Als Rahmen dafür wird die Verhaltensökonomie genutzt. Der Beitrag liefert Erkenntnisse darüber, wie ein Prozess zur Entwicklung einer kollaborativen nutzerzentrierten Nudging-Strategie zur Besucherlenkung in einer Destination gestaltet und umgesetzt werden kann.