Netto-Null-Tourismus im Jahr 2050 – Ein Blick in die Zukunft und Thesen zur Transformation
摘要
Um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu beschränken, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen um das Jahr 2050 auf Netto-Null sinken. Dazu ist ein tourismusspezifischer Beitrag zum Klimaschutz notwendig, da der Tourismus ein wesentlicher Treiber des Klimawandels ist, aber auch direkt von dessen Auswirkungen betroffen ist. Während mit dem Netto-Null-Ziel 2050 die Entwicklungsrichtung vorgegeben ist, wird im vorliegenden Artikel ein mögliches touristisches Zukunftsbild in den Bereichen Politik, Angebot und Nachfrage skizziert. Dabei wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2050 veränderte politische Rahmenbedingungen ausschließlich Netto-Null- Tourismusangebote ermöglichen. Dadurch pendelt sich ein neues Marktgleichgewicht ein, wodurch bei der Nachfrageseite ein verändertes Reiseverhalten festzustellen ist. Aus dem skizzierten Zukunftsbild können sechs Thesen abgeleitet werden, welche für die Transformation des aktuellen Tourismus hin zum beschriebenen Zukunftsbild grundlegend erscheinen: Die fünf UNWTO-Stoßrichtungen (Messen, Dekarbonisierung, Regenerieren, Zusammenarbeiten und Finanzieren) bilden einen Rahmen zur Abstimmung der Klimaschutzmaßnahmen auf der strategischen und operativen Ebene. Zudem soll die Politik Rahmenbedingungen und finanzielle Anreize schaffen. Eine Bilanzierung von Treibhausgasemissionen ist für Unternehmen und Destinationen ebenso grundlegend, damit der Fortschritt zur Zielerreichung überprüft werden kann. Dazu ist ein einheitlicher Bilanzierungsrahmen notwendig. Des Weiteren soll die Kompensation von Treibhausgasemissionen kurzfristig Verminderungsmaßnahmen finanzieren, langfristig soll jedoch davon abgekommen werden. Schlussendlich sollte auch die Abhängigkeit des Schweizer Tourismus von Fernmärkten verringert werden.