Demografische Entwicklung und die Zukunft der Führung
摘要
Die demografische Entwicklung in Deutschland und der Schweiz zeigt eine massive Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung. In Deutschland lebten Ende 2023 84,7 und in der Schweiz 8,9 Millionen Menschen. Beide Länder prognostizieren ein Anstieg der ständigen Wohnbevölkerung durch positive Wanderungssaldi, wobei für die Schweiz im Jahr 2050 eine Bevölkerung von 10,4 Millionen und für Deutschland im Jahr 2070 von 89,8 Millionen erwartet wird. In beiden Ländern stellen die Babyboomer mit dem stärksten Geburtsjahrgang 1964 die größte Bevölkerungsgruppe. Auffallend sind die Szenarien für den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung in der Altersgruppe 20 – 64 bzw. 20 – 66 (das Erwerbspersonenpotenzial). Der aktuelle Anteil von 60 % für die Schweiz bzw. 62 % für Deutschland wird auf 55 % bzw. 56 % sinken. Während der Anteil der bis zu 20-Jährigen in etwa gleich bleibt, nimmt der Anteil der älteren und v.a. hochaltrigen Personen in beiden Ländern zu. In Europa haben die bis 25-Jährigen die tiefsten Erwerbsquoten und die 25- bis 55-Jährigen die höchsten. In allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern ist die Erwerbsbeteiligung in den letzten Jahren konstant gestiegen, hervorzuheben ist dabei die Entwicklung der Altersgruppe 55 – 64. In allen betrachteten Ländern wurde die Erwerbsbeteiligung der älteren Mitarbeitenden zwischen 2020 und 2023 am stärksten ausgebaut. Die Arbeitswelt steht daher ebenfalls vor massiven Veränderungen, da in den kommenden etwa 10 Jahren die geburtenstarken Babyboomer und teilweise auch die Generation X den Renteneintritt vollziehen werden. In Abhängigkeit von der Erwerbsquote dieser Generationen wird die Anzahl älterer Mitarbeitender in den Unternehmen in den nächsten Jahren zunehmen, was zu Veränderungen in der HR-Demografie und der Belegschaft führen wird. Diese Entwicklung beeinflusst auch die Dynamik im Arbeitsmarkt wesentlich. In Deutschland und der Schweiz herrscht ein Fachkräftemangel, ja fast schon ein genereller Arbeitskräftemangel. Zusammen mit anderen Einflussfaktoren auf den Arbeitsmarkt ist das Ausscheiden respektive der Verbleib der Babyboomer-Generation ein wichtiges Instrument zur Abfederung dieser Entwicklung (z. B. Deloitte, 2019). Unternehmen und Regierungen ergreifen viele Maßnahmen, um dem demografischen Wandel, v.a. bedingt durch den anstehenden Renteneintritt der Babyboomer, zu begegnen und ältere Mitarbeitende länger in der Berufstätigkeit zu halten. »Generationen zusammen führen« wird neben der demografischen Entwicklung auch von Megatrends beeinflusst, die unser Erleben und Verhalten in allen Lebensbereichen tangieren. Dabei spielen die Megatrends Individualisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung die größte Rolle. Insbesondere die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz werden zu weiteren strukturellen Veränderungen der Profile der Beschäftigten und zu neuen Anforderungen im Bezug auf die benötigten Kompetenzen im Umgang mit dieser Technologie führen.