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Die Bedeutung der Krankheit – Thomas Bernhards Romandebüt Frost

  • Dongyao Liu

摘要

Thomas Bernhard ist ein zeitgenössischer österreichischer Schriftsteller, der 1957 mit seiner Gedichtsammlung Auf der Erde und in der Hölle literarisch debütierte, jedoch erst mit der Veröffentlichung seines Romandebüts Frost im Jahr 1963 breitere Bekanntheit erlangte und seinen Platz in der Literatur einnahm. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1965 der Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1968 der Österreichischer Förderungspreis für Literatur und 1970 der Georg-Büchner-Preis. Gleichzeitig existierten in der Literaturkritik zwei gegensätzliche Rezeptionen von Bernhards Werk, insbesondere aufgrund seiner intensiven Darstellung einer morbiden Welt. In den 60er-Jahren wurde ihm von der Kritik vorgeworfen, eine apokalyptische Vision der Verzweiflung zu verbreiten, dabei galt Frost als ein Meisterwerk des Pessimismus und zahlreiche Bezeichnungen für Bernhard entstanden: „finsterer Schriftsteller“, „Alpen-Beckett und Menschenfeind“, „Katastrophendenker“, „negativer Idylliker“, „stattlich geprüfter Melancholiker“, „Verzweiflungsvirtuose und Mißmutsmanierist“ [1]7. Die sogenannte „Ein-Buch-These“ behauptet, Bernhards Schreibstil habe sich seit Frost nicht grundlegend verändert: Er verwende stets eine negative Sprache und extreme Dunkelheit, um eine morbide Welt mit einem verzweifelten Ende darzustellen. Zudem hat auch Bernhards öffentliches Image als provokativer Außenseiter und sarkastischer Kritiker zu dieser negativen Bewertung beigetragen. Erst in den 1980er-Jahren begann eine zweite Welle der Rezeption, die Bernhards „Lachprogramm“ [2]3 sowie seine „Komödientragödie“ (201[3]) in den Fokus rückte und vermehrt seinen Humor und die Extreme seines künstlerischen Ausdrucks betonte [4]10. Marcel Reich-Ranicki beschreibt die polarisierte Rezeption Bernhards wie folgt: