Kommunismus und Kapital: Marxistische Literatur in Südostasien
摘要
In diesem Beitrag wird die Geschichte der Rezeption des „Kapital“ und anderer Texte von Marx und Engels in der südostasiatischen Region vor dem Hintergrund der politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet, in der der Kommunismus eine wichtige Rolle spielte. Die Themen antikoloniale Kämpfe, Nationalismus und ethnische Identifikation schwächten jedoch den Einfluss der einst mächtigen kommunistischen Parteien in Südostasien und führten schließlich zum Niedergang der von ihnen gesteuerten Bewegungen. Darüber hinaus trug die Tatsache, dass diese kommunistischen Bewegungen mit ihren sehr unterschiedlichen Programmen und ihrer manchmal eigenwilligen Politik zuweilen nur am Rande mit den Ideen von Marx und Engels zu tun hatten, ebenfalls zu diesem Niedergang bei. Dennoch ist der Marxismus 150 Jahre nach der Veröffentlichung von „Das Kapital“ in Südostasien nicht tot. Er beeinflusst weiterhin junge und einige alte Aktivisten und Sozialreformer. Sowohl in Myanmar als auch in Thailand, wo die jeweiligen Militärs immer noch mächtig sind, wird die marxistische Theorie von vielen als „Gegenmittel“ zur Militärherrschaft angesehen.