Kompositorische und exegetische Traditionsvergewisserung
摘要
Heinrich Schütz gilt als einer der Komponisten, die bestimmte Stillagen der italienischen Musik in Deutschland heimisch gemacht haben. Ausgebildet in Venedig, geschult am italienischen Madrigal und die Entfaltung der seconda pratica aus nächster Nähe miterlebend, leistete er entscheidende Beiträge zur Etablierung neuer kirchenmusikalischer Gattungen wie den Geistlichen Konzerten. Dabei veräußerte er jedoch nie die alte kontrapunktische Schreibart und schuf damit eine Synthese von Monodie und Polyphonie, die typisch für die deutsche Kirchenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts bleiben sollte. In der Tat wirkte Schütz traditionsbildend. Viele erstmals von ihm vertonten Texte wurden noch von Telemann und Bach aufgegriffen.1