Engelsmusik in den »Musikalischen Exequien« von Heinrich Schütz
摘要
Die lutherische Musikanschauung im 16. und 17. Jahrhundert ist zentral mit der Idee von Engelsmusik verbunden. Auf den ersten Blick liegt hier eine Kontinuität zu frühchristlichen und mittelalterlichen Vorstellungen des liturgischen Singens vor, das ein reales Einstimmen in den himmlischen, von Engeln ausgeführten Lobgesang bedeutet, so wie die gesamte irdische Liturgie sich im Moment ihres Vollzugs als mit der himmlischen Liturgie identisch versteht.1 Die Forschung hat sich bisher meist damit begnügt, das Zusammentragen der zahlreichen Schriften lutherischer Theologen und Musiker (Predigten, Vorreden zu Musikwerken etc.), in denen die Vorstellung lutherischer Kirchenmusik als Propädeutik der himmlischen heraufbeschworen wird, bereits als Ergebnis der Analyse zu präsentieren.