»Klang-Rede« und musikalisch-rhetorische Figuren
摘要
Angesichts dieses weitgefassten Themas kann der Aspekt der »Klang-Rede«1 und der Gebrauch musikalisch-rhetorischer Figuren beim Komponieren und Improvisieren eines gelehrten Musikers (musicus doctus) nur skizzenhaft dargestellt werden, zumal sich die Ansichten vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts stark gewandelt haben. Was noch bei Joachim Burmeister (1564–1629)2 als musikalisch-rhetorische Figur vor allem im Bereich der Dissonanzbehandlung als bewusster, textausdeutender Verstoß gegen Kontrapunktregeln angesehen wurde, ist beispielsweise für Mattheson weniger von Bedeutung. Musikalisch-rhetorische Figurenlehren3 entstehen im 17. und 18. Jahrhundert aus der Idee heraus, bereits vorfindliche musikalische Phänomene in Kompositionen beschreiben und verstehen zu können.