Individuelle Lösungen und Regelverstöße bei Reincken und Buxtehude
摘要
Bach wird sich für die individuellen Lösungen Reinckens interessiert haben, wenn beispielsweise eine TK eine normal geführte phrygische Kadenz (mi contra fa)1 erfordert hätte: In T. 131 (Notenbeispiel 7) hätte regulär ein D-Dur-Akkord erscheinen sollen, Reincken schreibt B-Dur mit doppelter Terz, somit eine dubitatio.2 Eine innovative Lösung bietet Reincken in T. 206 f. an (Notenbeispiel 12a) und in T. 262 f. gestaltet er die phrygische Kadenz mit einer Stimmführung, bei der Dissonanzen (T. 2623–4) unvorbereitet erklingen (transitus irregularii)3 und ohne Rücksicht auf die Zusammenklänge angebracht sind (Notenbeispiel 2b).