Italienische Vorbilder für Bach
摘要
Lange Zeit war die Sichtweise auf den Einfluss italienischer Musik auf Bach von der Biografie Forkels aus dem Jahr 1802 bestimmt, der das Kennenlernen und Adaptieren der Concerti Vivaldis 1713 als so prägend ansah,1 dass er Bach attestiert, dies habe ihn »auch musikalisch denken«2 gelehrt. Dass die Begegnung mit italienischer Instrumentalmusik für Bach eine prägende Bedeutung hatte, sah auch Spitta so, der diesem Thema der »italiänisch beeinflußten Compositionen Bachs aus dieser Zeit«3 in seiner Bach-Biografie von 1873 im »3. Buch – Erstes Jahrzehnt der Meisterschaft (1707–1717)« mehr als 20 Seiten Raum gibt. Spitta sieht einen biografischen Anlass: »Von großer Bedeutsamkeit für Bachs gesammtes Künstlerthum war die Richtung, in welche er durch seine Stellung als Kammermusicus mit Macht gedrängt wurde, und in der er sich bis dahin nur erst wenig vorgewagt hatte, wenn sie ihm gleich nicht ganz fremd geblieben war.