Mitte des 20. Jahrhunderts: Kybernetik, globales Umweltbewusstsein und Space Age
摘要
In diesem Kapitel wird der Übergang von einem lokalen zu einem globalen Umweltbewusstsein auf internationaler Ebene untersucht. Diese Schnittstelle ist auf die 1960er-Jahre zu datieren, in welchen die Technik so weit vorangeschritten war, dass sich auch ein Perspektivwechsel hinsichtlich der Wechselwirkung von Mensch, Technologie und Umwelt einstellte. Neben der zu dieser Zeit virulenten wissenschaftlichen Strömung der Kybernetik, auf deren Basis u.a. die berühmte Gaia-Hypothese von James Lovelock entstand, setzte auch die Raumfahrt ein und markierte damit den Beginn des Space Age, in dem vor allem die Science-Fiction eine literarische Hochphase erlebte. Der Wandel von einer erdgebundenen zu einer kosmischen Spezies, von dem mindestens seit der Mondlandung 1969 gesprochen werden kann, ging mit tiefgreifenden Veränderungen im menschlichen Selbstverständnis einher. Die Erde wurde zum ersten Mal in ihrer kosmischen Gestalt betrachtet und förderte damit das Bewusstsein über das Erdsystem als Ganzes. Exemplarisch wird dies an Stanisław Lems weltberühmter Zivilisationspoetik Solaris aufgezeigt. Jene versteht sich als Parabel für den menschlichen Anspruch, ein gänzlich fremdes System verstehen zu wollen, ohne dabei das eigene (die Erde) wirklich verstehen zu können.