Entwicklung der Familien- und Vaterbilder in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur
摘要
Kaum ein anderer Lebens- und Erfahrungsraum von Kindern ist einem so deutlichen strukturellen Wandel unterworfen wie die Familie, was sich deutlich in der Kinder- und Jugendliteratur widerspiegelt (vgl. Daubert 2000, 684). Die Familie ist „[a]ls primäre Sozialisationsinstanz und kindlicher Lebensraum mit ihren äusseren [sic] und inneren Strukturen“ (Bürki 2004, 47–48) seit jeher als zentraler Themenkomplex in ihr verankert. Kinder- und Jugendliteratur entsteht unter bestimmten gesellschaftlichen Gegebenheiten und versucht gleichzeitig, auf die Lebensumstände der jeweiligen Zeit einzugehen, sodass „[e]ntsprechend dem jeweiligen soziokulturellen und zeitgeschichtlichen Hintergrund […] bestimmte Fragen der Familienkonzeption einschließlich ihrer Krise und Erosion […] zu verschiedenen Zeiten von unterschiedlich hoher Relevanz“ (Ißler/Scherer 2020, 300) sind. Damit wird sie „nicht nur ästhetisches Abbild gewandelter und konstanter Normen und Werte, sondern auch literarische Reflexion veränderter Familienbilder“ (Schmideler 2017, 57). Kinder- und Jugendliteratur fungiert somit neben ihrer zeitgenössischen Aktualität auch als Vermittlerin von Werten und Normen im Hinblick auf familiale Rollen und ihre Ausgestaltungen (vgl. Nickel-Bacon 2017, 137).