Kritische Überlegungen über Kants Theorie des höchsten Guts
摘要
Dieses Kapitel widmet sich fünf zentralen Interpretationsproblemen, die Kants Theorie des höchsten Guts scheinbar ernsthaft gefährden. Erstens wird die notwendige Proportionalität von Tugend und Glückseligkeit durch die teleologische Weltauffassung systematisch begründet. Zweitens erweist sich die zwingende Konsistenz der Vernunftvermögen als Schutz vor performativen Selbstwidersprüchen. Drittens wird die Verwirklichung des höchsten Guts als ein rein diesseitiges, wenn auch göttlich unterstütztes Ereignis deklariert. Viertens entkräftet die Trennung von individueller Maximenwahl und vollendeter Erreichbarkeit den Vorwurf der moralischen Überforderung. Fünftens dient das höchste Gut nicht als bloßer inhaltlicher Lückenbüßer für den formalen kategorischen Imperativ. Somit bleibt Kants komplexe Lehre in sich durchgängig widerspruchsfrei.