Dieses Kapitel analysiert Kants Definition des höchsten Guts als die unbedingte Totalität des Gegenstandes der reinen praktischen Vernunft. Wie die theoretische Vernunft nach systematischer Einheit strebt, verlangt die praktische nach der Vollendung aller moralisch rechtfertigbaren Zwecke. Dies führt unwerigerlich zur praktischen Antinomie: Die notwendige proportionale Verknüpfung von vollkommener Tugend und Glückseligkeit erscheint in unserer erfahrbaren Sinnenwelt völlig unerreichbar. Um diesen Selbstwiderspruch aufzulönsen und die Verbindlichkeit des Sittengesetzes zu wahren, postuliert die Vernunft die Unsterblichkeit der Seele und die Existenz Gottes. Das höchste Gut fungiert somit als systematischer Knotenpunkt, der den rationalen notwendigen Übergang von der Moral zur Religion stiftet.

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Die unbedingte Totalität des Gegenstandes der reinen praktischen Vernunft

  • Sung-Yeop Jo

摘要

Dieses Kapitel analysiert Kants Definition des höchsten Guts als die unbedingte Totalität des Gegenstandes der reinen praktischen Vernunft. Wie die theoretische Vernunft nach systematischer Einheit strebt, verlangt die praktische nach der Vollendung aller moralisch rechtfertigbaren Zwecke. Dies führt unwerigerlich zur praktischen Antinomie: Die notwendige proportionale Verknüpfung von vollkommener Tugend und Glückseligkeit erscheint in unserer erfahrbaren Sinnenwelt völlig unerreichbar. Um diesen Selbstwiderspruch aufzulönsen und die Verbindlichkeit des Sittengesetzes zu wahren, postuliert die Vernunft die Unsterblichkeit der Seele und die Existenz Gottes. Das höchste Gut fungiert somit als systematischer Knotenpunkt, der den rationalen notwendigen Übergang von der Moral zur Religion stiftet.