Konzeptuelle und praktische Konsequenzen des Orientierungslosigkeit-Paradigmas
摘要
Traditionell waren Prävention und Therapie psychischer Störungen von Jugendlichen und Adoleszenten auf die jeweilige Diagnose fokussiert, unter der (meist impliziten) Annahme, dass wenn die Symptomatik erfolgreich behandelt wurde, die betreffenden Personen wieder ein „normales Leben“ führen können. Dabei galt therapeutische Abstinenz als gesetzt, d.h. die Symptomatik, nicht die individuellen Werte und Ziele eines Patienten waren Gegenstand der Interventionen. Angesichts des Phänomens „orientierungslose Jugendliche“ wird deutlich, dass beide Grundannahmen unter den aktuellen, von Individualismus und gesamtgesellschaftlicher Orientierungslosigkeit geprägten Rahmenbedingungen, oft nicht mehr tragfähig sind. Strukturierende Rahmenbedingungen und perspektivisch tragfähige Werte und Ziele fehlen vielfach. Entsprechend muss dies im Rahmen von Prävention und Therapie berücksichtigt bzw. vermittelt werden, wenn das Ziel einer langfristigen, psychisch gesunden Entwicklung erreicht werden soll.