Die Arbeit befasst sich mit dem Diskurs in Tageszeitungen um den Pflegenotstand in Pflegediensten und -heimen für Ältere, welcher anhand eines Text-Mining-Verfahrens nach Lemke und Wiedemann (2016) analysiert wird. Der Begriff „Pflegenotstand“ wird als Schlüssel- und Stigmawort in verschiedenen ideologischen Kontexten verwendet, um auf soziale Gerechtigkeit hinzuweisen und Kritik an politischen und wirtschaftlichen Strukturen zu üben. Zuerst wurde die Nutzung des Wortes „Pflegenotstand“ im Diskurs hinsichtlich Konnotationen und Beziehungen zu anderen Wörtern analysiert. Heraus kam, dass der „Pflegenotstand“ ein breiteres Spektrum als seine Synonyme (z. B. Pflegekräftemangel) abdeckt, da der Begriff sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Herausforderungen betont. Zweitens wurden Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Diskussion untersucht, wobei politisches Handeln und Versicherungen im Fokus des Diskurses stehen. Konkrete Lösungsvorschläge werden nur vereinzelt genannt. Drittens wurde die Rolle der Akteur:innen im Diskurs beleuchtet, wobei auffiel, dass vor allem Pflegepersonal zu Wort kommt. Politiker:innen und andere Berufsgruppen sind weniger präsent. Der Diskurs ist zudem stark von persönlichen Meinungen und Erfahrungen geprägt. Insgesamt zeigt die Analyse, dass viele wissenschaftliche Ideen zur Milderung der Krise noch nicht in den öffentlichen Diskurs eingezogen sind.

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Der Pflegenotstand in den Medien. Eine Untersuchung des aktuellen Pflegenotstand-Diskurses in Tageszeitungen mittels Text-Mining-Verfahren mit Fokus auf die Versorgung älterer Menschen

  • Maya Stagge,
  • Sarah Röttger,
  • Vanessa Hellwig

摘要

Die Arbeit befasst sich mit dem Diskurs in Tageszeitungen um den Pflegenotstand in Pflegediensten und -heimen für Ältere, welcher anhand eines Text-Mining-Verfahrens nach Lemke und Wiedemann (2016) analysiert wird. Der Begriff „Pflegenotstand“ wird als Schlüssel- und Stigmawort in verschiedenen ideologischen Kontexten verwendet, um auf soziale Gerechtigkeit hinzuweisen und Kritik an politischen und wirtschaftlichen Strukturen zu üben. Zuerst wurde die Nutzung des Wortes „Pflegenotstand“ im Diskurs hinsichtlich Konnotationen und Beziehungen zu anderen Wörtern analysiert. Heraus kam, dass der „Pflegenotstand“ ein breiteres Spektrum als seine Synonyme (z. B. Pflegekräftemangel) abdeckt, da der Begriff sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Herausforderungen betont. Zweitens wurden Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Diskussion untersucht, wobei politisches Handeln und Versicherungen im Fokus des Diskurses stehen. Konkrete Lösungsvorschläge werden nur vereinzelt genannt. Drittens wurde die Rolle der Akteur:innen im Diskurs beleuchtet, wobei auffiel, dass vor allem Pflegepersonal zu Wort kommt. Politiker:innen und andere Berufsgruppen sind weniger präsent. Der Diskurs ist zudem stark von persönlichen Meinungen und Erfahrungen geprägt. Insgesamt zeigt die Analyse, dass viele wissenschaftliche Ideen zur Milderung der Krise noch nicht in den öffentlichen Diskurs eingezogen sind.