Reproduktion – mit Fokus auf Schwangerschaft und Geburt. Eine Perspektive der Sorge auf das Schweizer Recht
摘要
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Schweizer Regulierung von Schwangerschaft und Geburt und prüft diese im Hinblick auf ein sorgsames Recht. Dabei geht es insbesondere um das Potenzial einer Perspektive der Sorge, die Schwangere und das Ungeborene nicht als einzelne Subjekte mit konfligierenden Interessen zu konzeptionieren, sondern in Beziehung zueinander. Einleitend wird auf die Besonderheit der menschlichen Reproduktion und den Zustand der Schwangerschaft eingegangen. Anschließend wird Sorge in Anlehnung an Finemans ‚vulnerables Subjekt‘ theorisiert. Sorge ist dabei ein essenzieller Aspekt menschlichen Seins und alle Menschen, auch schwangere und gebärende, sind Teil von Sorgebeziehungen, da alle Menschen vulnerabel sind. Mit dieser Perspektive werden im Hauptteil die Regulierungen von Entscheiden während Schwangerschaft und Geburt analysiert und wenn möglich sorgsam ausgelegt. Das heißt reproduktive Entscheide werden als Entscheide aus einer Sorgebeziehung heraus verstanden und somit als Verantwortungsübernahme. Diese Analyse legt offen, welche Regulierungen des geltenden Rechts einer Auslegung im Sinne eines sorgsamen Rechts offenstehen und welchen Regulierungen die Idee konfligierender Interessen zugrunde liegt und sich somit einer Sorgeperspektive verschließen.