Auf drei Diskursebenen, nämlich Praxen, darauf gerichtete normative Erwartungen sowie Ethik-Verständnis, entfaltet der Beitrag ein sozialethisches Verständnis von Care-Ethik. Nach einer Orientierung zu Begriffsfeld und Diskurslandschaft wird dargelegt, wie im sorgenden Umgang mit menschlichen Bedürfnissen zwischen relationalen, sozialen und politischen Praxen zu unterscheiden ist, wenngleich alle diese Praxen u. a. durch (Macht-)Asymmetrien zwischen Sorge-Leistenden und Sorge-Empfangenden charakterisiert sind. Sorgepraxen unterliegen jeweils normativen Erwartungen in gegebenen sozio-kulturellen Kontexten; Care-Ethik nimmt u. a. Erwartungen des Familialismus, Traditionen der geschlechterasymmetrischen Sorgearbeitsteilung und deren intersektionale – ethnizistische wie klassistische – Verschärfung unter dem Vorzeichen der (Geschlechter-)Gerechtigkeit kritisch in den Blick. Schließlich wird Care-Ethik in divergierenden Wissenschaftszusammenhängen unterschiedlich profiliert. Der sozialethische Ansatz, den der vorliegende Beitrag vorstellt, wird mit Blick auf das Verhältnis von Care und Gerechtigkeit, die grundlegenden anthropologischen Annahmen, die Spezifik der Anerkennung in asymmetrischen Beziehungen und das politisch-ethische Leitbild einer sorgenden Gesellschaft genauer profiliert. Abschließend werden Impulse für das Gespräch zwischen Care-Ethik und Recht gewonnen.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Care-Ethik

  • Marianne Heimbach-Steins

摘要

Auf drei Diskursebenen, nämlich Praxen, darauf gerichtete normative Erwartungen sowie Ethik-Verständnis, entfaltet der Beitrag ein sozialethisches Verständnis von Care-Ethik. Nach einer Orientierung zu Begriffsfeld und Diskurslandschaft wird dargelegt, wie im sorgenden Umgang mit menschlichen Bedürfnissen zwischen relationalen, sozialen und politischen Praxen zu unterscheiden ist, wenngleich alle diese Praxen u. a. durch (Macht-)Asymmetrien zwischen Sorge-Leistenden und Sorge-Empfangenden charakterisiert sind. Sorgepraxen unterliegen jeweils normativen Erwartungen in gegebenen sozio-kulturellen Kontexten; Care-Ethik nimmt u. a. Erwartungen des Familialismus, Traditionen der geschlechterasymmetrischen Sorgearbeitsteilung und deren intersektionale – ethnizistische wie klassistische – Verschärfung unter dem Vorzeichen der (Geschlechter-)Gerechtigkeit kritisch in den Blick. Schließlich wird Care-Ethik in divergierenden Wissenschaftszusammenhängen unterschiedlich profiliert. Der sozialethische Ansatz, den der vorliegende Beitrag vorstellt, wird mit Blick auf das Verhältnis von Care und Gerechtigkeit, die grundlegenden anthropologischen Annahmen, die Spezifik der Anerkennung in asymmetrischen Beziehungen und das politisch-ethische Leitbild einer sorgenden Gesellschaft genauer profiliert. Abschließend werden Impulse für das Gespräch zwischen Care-Ethik und Recht gewonnen.