Anhand von vier Kriterien – (Selbst-)Bewusstsein, biologischer Körper, (Liebes-)Beziehungen, Moralität – wird erörtert, ob Andrew Martin in Isaac Asimovs The Bicentennial Man als Roboter oder Mensch zu verstehen ist. Das (Selbst-)Bewusstsein, welches Reflexion voraussetzt, spielt für diese Frage eine bedeutende Rolle und ist Andrew zuzusprechen, da er ohne Selbsterkenntnis nicht den Wunsch nach Menschwerdung hegen könnte. Als stetige Hürde für dieses Unterfangen, aber auch als Objekt der größten Veränderungen erweist sich sein Körper. Diesen kann Andrew anpassen und modifizieren, sodass er äußerlich nicht mehr von Menschen zu unterscheiden ist. Dass Andrew jedoch konstruiert wurde und sich nicht (natürlich) entwickelt hat, bildet den kritischen Faktor, welchen der Text selbst problematisiert. Da sich Andrew als soziales Wesen erweist, welches in die Familie Martin integriert agiert, gilt er in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht als menschlich. Lediglich die Tatsache, dass er selbst keine Partnerschaft eingeht und auch keine Familiengründung anstrebt, würde einer solchen Kategorisierung widersprechen. In Bezug auf die Moralität wird belegt, dass Andrew sich als menschlich erweist, da er seine eigenen Wertesysteme entwickelt und bereit ist, normative Wertvorstellungen zu biegen, um eigene Ziele zu erreichen. Diese Charakterisierungen legen nahe, außerhalb des Dualismus von Mensch und Roboter zu denken und Andrew als (artifizielle) Person oder Persönlichkeit zu betrachten.

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Mensch und/oder Roboter? Zu Andrew Martin in Isaac Asimovs The Bicentennial Man

  • Janina Marlen Knorr

摘要

Anhand von vier Kriterien – (Selbst-)Bewusstsein, biologischer Körper, (Liebes-)Beziehungen, Moralität – wird erörtert, ob Andrew Martin in Isaac Asimovs The Bicentennial Man als Roboter oder Mensch zu verstehen ist. Das (Selbst-)Bewusstsein, welches Reflexion voraussetzt, spielt für diese Frage eine bedeutende Rolle und ist Andrew zuzusprechen, da er ohne Selbsterkenntnis nicht den Wunsch nach Menschwerdung hegen könnte. Als stetige Hürde für dieses Unterfangen, aber auch als Objekt der größten Veränderungen erweist sich sein Körper. Diesen kann Andrew anpassen und modifizieren, sodass er äußerlich nicht mehr von Menschen zu unterscheiden ist. Dass Andrew jedoch konstruiert wurde und sich nicht (natürlich) entwickelt hat, bildet den kritischen Faktor, welchen der Text selbst problematisiert. Da sich Andrew als soziales Wesen erweist, welches in die Familie Martin integriert agiert, gilt er in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht als menschlich. Lediglich die Tatsache, dass er selbst keine Partnerschaft eingeht und auch keine Familiengründung anstrebt, würde einer solchen Kategorisierung widersprechen. In Bezug auf die Moralität wird belegt, dass Andrew sich als menschlich erweist, da er seine eigenen Wertesysteme entwickelt und bereit ist, normative Wertvorstellungen zu biegen, um eigene Ziele zu erreichen. Diese Charakterisierungen legen nahe, außerhalb des Dualismus von Mensch und Roboter zu denken und Andrew als (artifizielle) Person oder Persönlichkeit zu betrachten.