Nach einem kurzen Abriss der historischen Entwicklung des Konzepts und der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung werden die wichtigsten Studien zum Langzeitverlauf und zur Mortalität vorgestellt. In weiterer Folge werden die "Ursachen" und Entstehungsbedingungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung diskutiert, wobei darauf hingewiesen wird, dass die Gleichsetzung der BPS mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung empirisch nicht haltbar ist, da bei 30-40% der Betroffenen keine nenneswerte Traumatisierung vorliegt. Vielmehr muss speziell bei dieser Subpopulation von genetischen Faktoren ausgegangen werden, die im Sinne einer affektiven Hypersensitivität zur typischen Emotionsregulationsstörung beitragen. Allgemein wird die Entwicklung der Störung damit als Ergebnis der Wechselwirkungen zwischen Temperamentsmerkmalen des Säuglings oder Kleinkindes und frühen Bezugspersonen verstanden. Darüber hinaus sollten im Störungsverständnis auch soziokulturelle Phänomene berücksichtigt werden, da es sich bei der BPS um eine "sozial-sensitive" Störung handeln dürfte. 

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Empirisch gesichertes Grundlagenwissen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung

  • Elisabeth Wagner

摘要

Nach einem kurzen Abriss der historischen Entwicklung des Konzepts und der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung werden die wichtigsten Studien zum Langzeitverlauf und zur Mortalität vorgestellt. In weiterer Folge werden die "Ursachen" und Entstehungsbedingungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung diskutiert, wobei darauf hingewiesen wird, dass die Gleichsetzung der BPS mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung empirisch nicht haltbar ist, da bei 30-40% der Betroffenen keine nenneswerte Traumatisierung vorliegt. Vielmehr muss speziell bei dieser Subpopulation von genetischen Faktoren ausgegangen werden, die im Sinne einer affektiven Hypersensitivität zur typischen Emotionsregulationsstörung beitragen. Allgemein wird die Entwicklung der Störung damit als Ergebnis der Wechselwirkungen zwischen Temperamentsmerkmalen des Säuglings oder Kleinkindes und frühen Bezugspersonen verstanden. Darüber hinaus sollten im Störungsverständnis auch soziokulturelle Phänomene berücksichtigt werden, da es sich bei der BPS um eine "sozial-sensitive" Störung handeln dürfte.