Übergang zu flexiblen Endoskopen
摘要
Der deutsche Gastroenterologe Rudolf Schindler (1888–1968) gilt als Begründer der modernen Gastroskopie. Den Großteil seines Lebens beschäftigte er sich mit der Weiterentwicklung der Magenspiegelung. Er entwickelte ein starres Gastroskop und veröffentlichte seinen Atlas über die Gastroskopie. 1932 stellte er das semiflexible Wolf-Schindler-Gastroskop vor, welches er in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenhersteller Georg Wolf entwickelt hatte. Einen großen Teil seiner Arbeit vollbrachte er in Amerika, nachdem er aufgrund der Verfolgung durch die National-sozialisten fliehen musste. Damit trug er, wie so viele geniale Köpfe, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen mussten, zum Technologie- und Wissenstransfer nach Amerika bei. Ein Beispiel für die große Wertschätzung, die Schindler in Amerika entgegengebracht wurde, ist der Rudolf Schindler Award, der bis zum heutigen Tag von der American Society of Gastrointestinal Endoscopy (ASGE) verliehen wird. Der südafrikanische Gastroenterologe Basil Isaac Hirschowitz (1925–2013) beschäftigte sich eingehend mit der Physiologie des Magens und Erkrankungen des oberen Gastrointestinal-traktes. Zwischen 1955 und 1958 gelang es ihm, eine biegsame Glasfaser zu entwickeln, welche in der Lage war Licht zu leiten, wodurch das erste flexible Endoskop ermöglicht wurde. Dies gab den Anstoß zur Entstehung der amerikanischen Endoskopindustrie. Nachdem die Bestrebungen, gastroskopische Befunde fotografisch festzuhalten, aufgrund von technischen Einschränkungen meist ohne Erfolg blieben, wurde die endoskopische Fotografie erstmals 1948 klinisch einsatzfähig gemacht. Nur zwei Jahre später entwickelten der japanische Arzt Tatsuro Uji und der Ingenieur Mutsuo Sugiura (1918–1986) in Zusammenarbeit mit der Firma „Olympus“ die erste Gastrokamera, welche sich in Japan rasch etablierte. In Amerika fand die Gastrokamera weniger Anklang, da dort das Fiberglas-Endoskop von Hirschowitz stärker etabliert war.