Demografischer Wandel und seine Folgen
摘要
Die Menschheit durchlebt derzeit eine der tiefgreifendsten, unaufhaltsamsten und folgenreichsten Transformationen ihrer Geschichte: den globalen demografischen Wandel. In praktisch allen Ländern der Welt, insbesondere aber in den hoch entwickelten Industrie- und zunehmend auch in den Schwellenländern, sinken die Geburtenraten seit Jahrzehnten, während die Lebenserwartung dank beispielloser medizinischer Fortschritte, besserer Ernährung und verbesserter Lebens- und Arbeitsbedingungen stetig steigt. Diese beiden Entwicklungen – weniger Geburten und ein längeres Leben – führen in Summe zu einer fundamentalen und dauerhaften Verschiebung der Altersstruktur unserer Gesellschaften. Der Anteil älterer und sehr alter Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt rapide zu, während der Anteil jüngerer Menschen und potenzieller Erwerbstätiger im Verhältnis dazu schrumpft. Dieser als alternde Bevölkerung bekannte Prozess ist keine abstrakte statistische Größe, sondern eine tiefgreifende globale Herausforderung, die die Grundfesten unserer sozialen Sicherungssysteme, unserer Volkswirtschaften und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens erschüttert [1, 2]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass sich die Zahl der Menschen über 60 Jahre zwischen 2015 und 2050 von 900 Mio. auf 2 Mrd. mehr als verdoppeln wird. Bis zum Jahr 2030 wird bereits jeder sechste Mensch auf der Welt 60 Jahre oder älter sein, und die Zahl der über 80-Jährigen wird sich im selben Zeitraum voraussichtlich verdreifachen [1]. Diese demografische Revolution, die in ihrer Tragweite mit der industriellen Revolution vergleichbar ist, stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar und erfordert ein grundlegendes, vorausschauendes und mutiges Umdenken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.