An den Grenzen sinnvoller Wirkung
摘要
Die folgenden Ausführungen gehen einer Strukturanalogie zwischen Plessners Kunstauffassung in Die Einheit der Sinne (1923) und seinem Gemeinschaftsbegriff in Die Grenzen der Gemeinschaft (1924) nach. Laut Plessner ist Kunst imstande, die Emotionen des Menschen auf Ideen zu beziehen, im Zuge dessen die Vermittlung und die investierten Leistungen nicht mehr präsent sind. Das Resultat ist der Eindruck, ganz in der Idee aufzugehen, als ob die eigenen Grenzen sich auflösten. Die Kunst vermag in ihrem Bereich dadurch das zu leisten, was radikale soziale Strömungen auf politischer Ebene versprechen: ein Aufgehen in der Idee einer vermeintlich naturgegebenen, grenzenlosen Gemeinschaft. Doch Plessner warnt davor, Kunst und Politik miteinander zu identifizieren, denn das radikale Versprechen einer Gemeinschaft ohne Vermittlung müsste die „Grenzen sinnvoller Wirkung“ überschreiten.