Hals und Kopf (Collum et Caput)
摘要
Die durch Muskeln definierten Halsdreiecke (Trigona submandibulare, caroticum, colli laterale) erlauben eine schnelle Orientierung über die Lage von Leitungsbahnen und Organen am Hals. Die Halsfaszien spielen bei der operativen Freilegung der Halsorgane eine wichtige Rolle und geben darüberhinaus den Weg bei der Ausbreitung von Infektionen vor. Durch Applikation eines Lokalanästhetikums am Erbschen Punkt kann eine Anästhesie der gesamten seitlichen Halsregion erreicht werden. Durch die Innervation aus mehreren Hirnnerven werden die lebenswichtigen Vorgänge beim Schluckakt mehrfach gesichert. Unter den Störungen der Gesichtsentwicklung kommen Oberlippenspalten (Häufigkeit: 1:1000 Neugeborene) überwiegend bei Jungen, Gaumenspalten (Häufigkeit: 1:2500 Neugeborene) überwiegend bei Mädchen vor. Die meisten Geschmacksknospen weisen die über den N. glossopharyngeus afferent innervierten Papillae vallatae auf. Sie liegen vor dem Sulcus terminalis der Zunge. Die Tonsilla palatina besitzt eine sehr gute Blutversorgung aus 4 Arterien, was bei der Tonsillektomie zu berücksichtigen ist. Bei der seltenen Schleifenbildung der A. carotis interna im parapharyngealen Raum liegt diese Arterie in der Nähe des Tonsillenbettes. Der Kehlkopf wird in 3 Etagen gegliedert: 1. Obere Etage: oberhalb der Taschenbänder, 2. Mittlere Etage: Zwischen Taschen -und Stimmbändern, 3. Untere Etage: Unterhalb der Stimmbänder. Kaum bekannt ist, dass das Kehlkopfskelett, insbesondere der am Hals hervortretende Schildknorpel, beim Mann jenseits des 20. Lebensjahres zunehmend verknöchert. Bei Unfällen kann es dementsprechend zu Schildknorpelfrakturen mit Einblutungen in das Kehlkopflumen kommen. Auf jeder Seite des Kehlkopfs bildet der Pharynx ein Nische, Recessus piriformis, wo verschluckte Fremdkörper (Fischgräten) leicht hängen bleiben. Hinsichtlich der arteriellen Versorgung des Großhirns denke man bei Sprachstörungen an das vordere Stromgebiet der A. carotis interna, bei Hör- und Gleichgewichtsstörungen (zum Beispiel Brummen im Ohr, Schwindel) an das hintere Stromgebiet der A. vertebralis. Wichtige Strukturen von Kopf und Hals entstehen embryologisch aus den Kiemenbögen (Schlundbögen). Hierher gehören unter anderem: Kaumuskulatur und mimische Muskulatur, Paukenhöhle mit Gehörknöchelchen, Aa. carotis communis, carotis externa und carotis interna. Bei Auffälligkeiten am Hals, insbesondere Zysten und Fisteln, ziehe man auch Entwicklungsstörungen des Kiemenbogenapparates in Betracht. Leitsymptome von Schädelbasisfrakturen sind: Austritt von Blut und Liquor aus der Nasenhöhle (vordere Schädelgrube), Verletzung von Hirnnerven (mittlere Schädelgrube), Blutungen im Bereich des Processus mastoideus (hintere Schädelgrube). Die klinische Überprüfung der Funktion des N. facialis kann schematisch folgendermaßen erfolgen: Stirnrunzeln, Lidschluss, Naserümpfen, Öffnen und Schließen des Mundes, Mundwinkel heben und Lachen, Pusten und Mundspitzen, Mundwinkel und Unterlippe senken. Der obere 3. Molar (Weisheitszahn) ist der variabelste Zahn des Erwachsenengebisses. Er hat am häufigsten eine dreihöckrige Krone mit 2 bukkalen und einem palatinalen Höcker. Das Kiefergelenk hat 2 Kammern. In der oberen Kammer finden Schiebebewegungen, in der unteren Kammer Scharnierbewegungen statt. Ihre vollständige Ausdehnung erlangt die Kieferhöhle um das 15., die Stirnhöhle um das 40., die Siebbeinzellen um das 16. und die Keilbeinhöhle um das 10. Lebensjahr. Folgende Erkrankungen und pathologische Auffälligkeiten an Hals und Kopf haben einen klinisch-anatomischen Hintergrund: Torticollis, „Zungenschilddrüse“, „Säbelscheidentrachea“, Strumektomie, Nebenschilddrüsenadenom, Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, Zungenkrebs, Otitis media, Tonsillektomie, Schildknorpelbruch, Glottisödem, Reinke-Ödem, Rekurrensparese, Zenker-Divertikel, Parotistumor, Parotidektomie, Neck-Dissection, Sialolithiasis, Arteriitis temporalis Horton, Karotissinus-Syndrom, Hemiparese, Hemiplegie, Morbus Raynaud, Horner-Syndrom, branchiogene Fistel, Caput succedaneum, Kephalhämatom, Skaphozephalus, Eagle-Syndrom, Schädelbasisbrüche, Gesichtsfraktuen nach Le-Fort I-III, Nasenbeinfrakturen, Gebissanomalien, craniomandibuläre Dysfunktion, Sinusitis.