An der unteren Extremität gehört die Ischialgie zu den häufig geklagten Beschwerden. In diesem Zusammenhang ist das Lasègue-Zeichen erst positiv, wenn beim Hochheben des Beines bis 45° ein scharfer Schmerz vom Rücken aus in das Bein einschießt. Der Puls der A. dorsalis pedis ist am Fußrücken zwischen den Sehnen der Mm. extensor hallucis longus und extensor digitorum longus zu tasten. Bei älteren Menschen ist das obere Femurende ein Ort häufiger Frakturen. Proximale Femurfrakturen werden folgendermaßen unterteilt: Femurkopffraktur, Schenkelhalsfraktur, pertrochantere Fraktur, subtrochantere Fraktur. Die Ausbildung der medialen und lateralen Gelenkfacette der Patella ist sehr variabel. Beim Typ III nach Wiberg ist eine deutliche Verkleinerung der medialen Facette zu beobachten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Beinlängendifferenz, die meist weniger als 1 cm beträgt und keiner Behandlung bedarf. Beinlängendifferenzen von 2 bis 3 cm werden durch Einlagen oder Schuhabsatzerhöhung ausgeglichen, erst ab 4 bis 5 cm besteht operativer Handlungsbedarf. Der Trendelenburg-Test fällt bei einer Insuffizienz der Hüftgelenksabduktoren positiv aus, was beim Gehen an einem Abkippen des Beckens auf der Spielbeinseite zu erkennen ist. Als „Unhappy-Triad-Verletzung“ am Kniegelenk wird die mediale Seitenbandzerreißung mit vorderer Kreuzbandruptur und medialer Meniskusläsion bezeichnet. Die Bakerzyste geht auf eine Erweiterung der Kniegelenkkapsel im hinteren medialen Bereich (miteinander verschmolzene Schleimbeutel des M. semimembranosus und des medialen Gastroknemiuskopfes) zurück und führt zu Schmerzen und Instabilität im Kniegelenk. Der angeborene Klumpfuß stellt die häufigste Extremitätenfehlbildung dar und muss in den ersten Lebenstagen und Lebenswochen behandelt werden. Bei den chronisch obliterierenden Arteriopathien unterscheidet man den Arterienverschluß vom Becken-, Oberschenkel- und Unterschenkeltyp. Beim Kompartmentsyndrom der tiefen Flexorenloge am Unterschenkel gerät der N. tibialis durch eine Blutung unter Druck. Wenn ein sofortiges Eingreifen unterbleibt, entsteht durch den Ausfall der Flexoren des Unterschenkels ein Hackenfuß (Pes calcaneus). Weitere klinische Bezüge: Schenkelhals- und Femurschaftfrakturen, wirkliche und scheinbare Beinverkürzung, Coxarthrose, Hüftgelenksluxation, Gonarthrose, Baker-Zyste, Außenknöchelfraktur, Achillessehnenruptur, Knickfuß (Pes valgus), Plattfuß (Pes planus), Spreizfuß (Pes transversus), Hallux valgus, Krallenzehen, Hammerzehe, Schenkelbruch (Hernia femoralis), Varizen, Varikose, Thrombose, Piriformis-Syndrom.

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Untere Extremität (Membrum inferius)

  • Horst Claassen

摘要

An der unteren Extremität gehört die Ischialgie zu den häufig geklagten Beschwerden. In diesem Zusammenhang ist das Lasègue-Zeichen erst positiv, wenn beim Hochheben des Beines bis 45° ein scharfer Schmerz vom Rücken aus in das Bein einschießt. Der Puls der A. dorsalis pedis ist am Fußrücken zwischen den Sehnen der Mm. extensor hallucis longus und extensor digitorum longus zu tasten. Bei älteren Menschen ist das obere Femurende ein Ort häufiger Frakturen. Proximale Femurfrakturen werden folgendermaßen unterteilt: Femurkopffraktur, Schenkelhalsfraktur, pertrochantere Fraktur, subtrochantere Fraktur. Die Ausbildung der medialen und lateralen Gelenkfacette der Patella ist sehr variabel. Beim Typ III nach Wiberg ist eine deutliche Verkleinerung der medialen Facette zu beobachten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Beinlängendifferenz, die meist weniger als 1 cm beträgt und keiner Behandlung bedarf. Beinlängendifferenzen von 2 bis 3 cm werden durch Einlagen oder Schuhabsatzerhöhung ausgeglichen, erst ab 4 bis 5 cm besteht operativer Handlungsbedarf. Der Trendelenburg-Test fällt bei einer Insuffizienz der Hüftgelenksabduktoren positiv aus, was beim Gehen an einem Abkippen des Beckens auf der Spielbeinseite zu erkennen ist. Als „Unhappy-Triad-Verletzung“ am Kniegelenk wird die mediale Seitenbandzerreißung mit vorderer Kreuzbandruptur und medialer Meniskusläsion bezeichnet. Die Bakerzyste geht auf eine Erweiterung der Kniegelenkkapsel im hinteren medialen Bereich (miteinander verschmolzene Schleimbeutel des M. semimembranosus und des medialen Gastroknemiuskopfes) zurück und führt zu Schmerzen und Instabilität im Kniegelenk. Der angeborene Klumpfuß stellt die häufigste Extremitätenfehlbildung dar und muss in den ersten Lebenstagen und Lebenswochen behandelt werden. Bei den chronisch obliterierenden Arteriopathien unterscheidet man den Arterienverschluß vom Becken-, Oberschenkel- und Unterschenkeltyp. Beim Kompartmentsyndrom der tiefen Flexorenloge am Unterschenkel gerät der N. tibialis durch eine Blutung unter Druck. Wenn ein sofortiges Eingreifen unterbleibt, entsteht durch den Ausfall der Flexoren des Unterschenkels ein Hackenfuß (Pes calcaneus). Weitere klinische Bezüge: Schenkelhals- und Femurschaftfrakturen, wirkliche und scheinbare Beinverkürzung, Coxarthrose, Hüftgelenksluxation, Gonarthrose, Baker-Zyste, Außenknöchelfraktur, Achillessehnenruptur, Knickfuß (Pes valgus), Plattfuß (Pes planus), Spreizfuß (Pes transversus), Hallux valgus, Krallenzehen, Hammerzehe, Schenkelbruch (Hernia femoralis), Varizen, Varikose, Thrombose, Piriformis-Syndrom.