Bauchwand und Bauchhöhle (Cavitas abdominis)
摘要
Die topographisch wichtige transpylorische Ebene liegt eine Handbreit unter dem Schwertfortsatz des Brustbeins und verläuft durch den Fundus der Gallenblase, den Pylorus, den Hals des Pankreas, die Flexura duodenojejunalis und den Hilus beider Nieren. Zur schonenden chirurgischen Schnittführung bei der Eröffnung des Bauchraums kommt dem Verlauf der schrägen und geraden Bauchmuskeln einschießlich der Gefäß- und Nervenversorgung eine wichtige Bedeutung zu. Die Gekrösewurzel (Radix mesenenterii) als Aufhängung des Dünndarms an der Hinterwand der Bauchhöhle verläuft von der linken Seite der Flexura duodenojejunalis nach rechts über LWK 2 und die Pars ascendens duodeni hinweg schräg nach abwärts über den M. psoas zur rechten Darmbeinschaufel. Der Magen ähnelt in leerem Zustand dem Darm und kann in situ damit verwechselt werden. Ein Unterscheidungsmerkmal ist, dass der Magen an 2 Seiten mit gefäßführenden Bauchfelldupliktauren versehen ist, der Darm jedoch nur an einer Seite. Während der embryonalen Entwicklung der Bauchorgane ist die Entstehung der Bursa omentalis eng mit der Magenentwicklung verknüpft. Das Meckel-Divertikel ist ein Überrest des Ductus omphaloentericus, tritt in 2 % aller Fälle auf und ist ca. 62 cm von der Bauhin-Klappe entfernt. Ein Kennzeichen des Dickdarms ist die zu Taenien reduzierte Längsmuskulatur. Die Lage des Wurmfortsatzes ist sehr variabel, wobei dieser in ca. 65 % retrocaecal liegt. Variante Formen des Colon ascendens, transversum und descendens (U-Form, W-Form, Treppenform) können die Ursache für untypische Schmerzausstrahlungen beim Colon spasticum sein. Ähnliches gilt für das Colon sigmoideum bei dem eine variante Schleife nach rechts bei einer Divertikulitis zu untypischen Schmerzen im rechten Unterbauch führen kann. Für die Entwicklung von Dünn- und Dickdarm sind 2 Darmdrehungen wichtig, bei denen Fehler (Situs inversus) auftreten können. Beim Ultraschall der Leber sollte der Schallkopf die Segmente I bis VIII im Uhrzeigersinn abfahren. Man beginnt am Segment I oberhalb der Gallenblase, die man im Schnittpunkt des seitlichen Rektusrandes mit dem Rippenbogenunterrand findet. Die Form der Leber ist variant, wobei die Leber mit dem Riedelschen Lappen, der bis in die rechte Fossa iliaca reichen kann, mit einem Tumor verwechselt werden kann. Vor der Resektion der Gallenblase müssen folgende, mitunter variant verlaufende Strukturen lokalisiert worden sein: Ductus hepaticus communis, cysticus und choledochus sowie A. hepatica dextra mit A. cystica. Nur in 60 % mündet der Ductus pancreaticus major zusammen mit dem Ductus choledochus in die Ampulla hepatopancreatica. Folgende Varianten sind für die ERCP wichtig: Ampulle fehlt, beide Gänge bis Einmündung getrennt, Ampulle besitzt Scheidewand, Ampulle fehlt und beide Gänge vereinigen sich entfernt vom Duodenum. Beim Nierenbecken unterscheidet man trichterförmige, ampulläre und dendritische Becken. Liegt das Nierenbecken sehr nahe am Nierenparenchym, so ist die Steinentfernung schwer. Folgende Erkrankungen und pathologische Auffälligkeiten im Bauchraum haben einen klinisch-anatomischen Hintergrund: Kryptorchismus, angeborene und erworbene Leistenhernie, Aszites, Peritonitis, Ulcera ventriculi, Billroth I-/II-Resektion des Magens Zwölffingerdarmgeschwür, Ileus, Hemikolektomie, Nephrektomie, Appendizitis, Kolondivertikulitis- und -divertikulose, portale Hypertension, Oesophagusvarizen, Cholezystitis, Cholezystektomie, Gallensteine, Pankreatitis, Pankreaskopftumor, Whipple-Operation des Pankreas, Milztrauma, Splenektomie, Wanderniere, Nierensteine, Niereninsuffizienz, Hufeisenniere, Nierenagenesie, polyzystische Nieren, Aortenaneurysma.