Die phänomenologische Psychiatrie repräsentiert einen der erkenntnistheoretisch anspruchsvollsten und anthropologisch fundiertesten Ansätze innerhalb der psychiatrischen Theoriegeschichte des 20. Jahrhunderts. Ihre methodische Eigenständigkeit verdankt sie der Übernahme und Weiterentwicklung der transzendental-phänomenologischen Perspektive Edmund Husserls, deren Grundprinzip in der systematischen Rückbindung aller Sinnkonstitution an das leiblich fundierte, intentional strukturierte Bewusstsein liegt. Im Sinne der phänomenologischen Reduktion (Epoché) werden objektivierende Deutungsmuster suspendiert, um die subjektive Erlebnisweise der Welt – das so und nicht anders Gegebensein des Phänomens – in seiner prä-reflexiven Konstitution zu erfassen.

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Einleitung

  • Pierluigi Parisi

摘要

Die phänomenologische Psychiatrie repräsentiert einen der erkenntnistheoretisch anspruchsvollsten und anthropologisch fundiertesten Ansätze innerhalb der psychiatrischen Theoriegeschichte des 20. Jahrhunderts. Ihre methodische Eigenständigkeit verdankt sie der Übernahme und Weiterentwicklung der transzendental-phänomenologischen Perspektive Edmund Husserls, deren Grundprinzip in der systematischen Rückbindung aller Sinnkonstitution an das leiblich fundierte, intentional strukturierte Bewusstsein liegt. Im Sinne der phänomenologischen Reduktion (Epoché) werden objektivierende Deutungsmuster suspendiert, um die subjektive Erlebnisweise der Welt – das so und nicht anders Gegebensein des Phänomens – in seiner prä-reflexiven Konstitution zu erfassen.