Bei der Movierung, der Ableitung von Feminina aus Maskulina, ist die Nachsilbe -in von zentraler Bedeutung. Es gibt viele weitere Verfahren, bei Personenbezeichnungen Sexus zu markieren, um ‚geschlechtergerecht‘ zu schreiben und zu sprechen, nämlich das Binnen-I und der Doppelpunkt mitten im Wort, den Genderstern und weitere „Sparschreibungen“. Der Knacks im Wort soll den Genderstern hörbar machen, doch steht ihm die Struktur der Silbe im Weg. Dann geht es um die Pluralbildung beim Gendern und um die Frage, wie man gegenderte Substantive deklinieren soll. Auch Partizipien und Adjektive sollen Sexus sichtbar machen. Doch ist ein Trinkender dasselbe wie ein Trinker, ein Zu Fuß Gehender dasselbe wie ein Fußgänger? Und wie soll man Adjektive gendern, die auf einem Maskulinum beruhen, z.B. bürgerlich oder meisterhaft? Kann man Wörter wie Rausschmeißer, Katzenmusik und Russenknecht gendern? Logische und grammatische Probleme entstehen auch dann, wenn man Pronomina, Mengenangaben und Komposita gendern will, ebenso bei Verben, die auf Maskulina beruhen, und bei vielen Schimpfwörtern, Metaphern, Redewendungen, Sprichwörtern, Anreden und Eigennamen. Dabei kommt schon einiges zur Sprache, was in der Überschrift des letzten Abschnitts angesprochen ist: „Wo das Gendern Unsinn produziert.“ en zu me gibt wie Frau oder Weib, ist die Movierung. Man kann das mit Bewegung übersetzen.

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Wo das Genderdeutsche auf die Grammatik trifft

  • Helmut Glück

摘要

Bei der Movierung, der Ableitung von Feminina aus Maskulina, ist die Nachsilbe -in von zentraler Bedeutung. Es gibt viele weitere Verfahren, bei Personenbezeichnungen Sexus zu markieren, um ‚geschlechtergerecht‘ zu schreiben und zu sprechen, nämlich das Binnen-I und der Doppelpunkt mitten im Wort, den Genderstern und weitere „Sparschreibungen“. Der Knacks im Wort soll den Genderstern hörbar machen, doch steht ihm die Struktur der Silbe im Weg. Dann geht es um die Pluralbildung beim Gendern und um die Frage, wie man gegenderte Substantive deklinieren soll. Auch Partizipien und Adjektive sollen Sexus sichtbar machen. Doch ist ein Trinkender dasselbe wie ein Trinker, ein Zu Fuß Gehender dasselbe wie ein Fußgänger? Und wie soll man Adjektive gendern, die auf einem Maskulinum beruhen, z.B. bürgerlich oder meisterhaft? Kann man Wörter wie Rausschmeißer, Katzenmusik und Russenknecht gendern? Logische und grammatische Probleme entstehen auch dann, wenn man Pronomina, Mengenangaben und Komposita gendern will, ebenso bei Verben, die auf Maskulina beruhen, und bei vielen Schimpfwörtern, Metaphern, Redewendungen, Sprichwörtern, Anreden und Eigennamen. Dabei kommt schon einiges zur Sprache, was in der Überschrift des letzten Abschnitts angesprochen ist: „Wo das Gendern Unsinn produziert.“ en zu me gibt wie Frau oder Weib, ist die Movierung. Man kann das mit Bewegung übersetzen.