Was bleibt?
摘要
Seit ihrer Gründung im Jahr 1949 wird in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zum Thema Exil geforscht und gesammelt. Mehr als 300 Nachlässe von Exilanten lagern in ihrem unterirdischen Depot. Hinzu kommen 18 000 Bücher und mehr als 11 000 Zeitschriftenartikel. Doch nicht nur Papier, sondern auch Gegenstände, die den Exilanten in der Zeit von 1933 bis 1945 wichtig waren und die eine Geschichte erzählen, sind unter den Sammelobjekten zu finden: gefälschte Pässe, Fahrkarten, welche den Weg ins Exil dokumentieren, mit Manuskripten gefüllte Koffer, collageartige Briefe, die von der neuen Heimat erzählen, eine kunstvoll bestickte Tragetasche, deren Applikationen die verschiedenen Etappen des Exils darstellen, und vieles mehr. Erstmals in seiner über 75-jährigen Geschichte eröffnete das Deutsche Exilarchiv in der Deutschen Nationalbibliothek im März 2018 eine Dauerausstellung, die den Titel Exil. Erfahrung und Zeugnis trägt und die Spuren des Exils in 250 beeindruckenden Zeugnissen und mehr als 300 Exilveröffentlichungen zeigt. Darüber hinaus gibt es im Netz die virtuelle Schau Künste im Exil. Sie geht der Frage nach, wie das Exil Künstlerinnen und Künstler beeinflusste. Welche Bedeutung Sanary als Zufluchtsstätte hatte, belegt die große Anzahl der Objekte. 37 Exponate dokumentieren das Leben der Exilanten, darunter Briefe von Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel, ein Foto, das Lion Feuchtwanger mit einer seiner Katzen auf der Terrasse der Villa Valmer zeigt, Karikaturen Eva Herrmanns und eine Rechnung der Gemeinde Sanary an Hermann Kesten über die zu zahlende „taxe de séjour“, zu deutsch Kurtaxe, im September 1933.